Ein Cybercop am Rathenau

Früher schloss man die Türe einer Telefonzelle, um ein privates Gespräch zu führen; heute kommuniziert man öffentlich im Internet. Über die Gefahren und Möglichkeiten der neuen Medien klärte der Münchner Hauptkommissar Cem Karakaya die 6. Klassen der Walther-Rathenau-Schulen auf. Spannend, altersgerecht und lebendig berichtete er 90 Minuten lang von Situationen aus seinem Berufsleben als „Cybercop“ (Internetpolizist). Im Fokus standen gesundheitliche Schäden durch überhöhte Mediennutzung, sowie Hintergründe und Opfer von Kriminalverbrechen.

Anhand eines mit den Schülern erarbeiteten Tagesablaufs erklärte er, dass mehr als eine einstündige Mediennutzung die Entwicklung der Kinder schädigen und gesundheitliche Folgen mit sich bringen kann. Neben gesundheitlichen Beeinträchtigungen machte der Referent den Schülern auch die psychische und seelische Belastung durch Cybermobbing, ständige Erreichbarkeit und Ablenkung bewusst. Mit einem Opferbericht verdeutlichte er die Folgen des Cybermobbings für Betroffene. Auf diesen Teil des Vortrags legte der „Cybercop“ großen Wert, da Täter die Auswirkungen ihres Handelns oftmals unterschätzen.

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Mit der Aussage, er könne auf alle Daten der Handys in diesem Raum zugreifen, löste er großes Entsetzen bei den Schülern aus. Dies nutzte er, um den Zwölfjährigen die mangelnde Privatsphäre des Internets aufzuzeigen. Herr Karakaya betonte, dass alle in Sozialen Netzwerken geposteten Texte und Bilder dauerhaft gespeichert werden. So könne jede beliebige Person auf persönliche Internetdaten zugreifen und sogenannte Internetprofile kaufen. Deshalb wiederholte er in seinem Vortrag immer wieder zwei Fragen, die man sich stellen sollte, bevor man Bilder oder Texte im Internet veröffentlicht: „Muss das sein? Werde ich es bereuen?“

Seinen Vortrag beendete er mit der Bitte an die Schüler ihre Eltern zur abendlichen Veranstaltung zu schicken. Die Schüler zeigten ihre Begeisterung mit abschließendem Applaus und stellten interessierte Fragen.

(Der Vortrag fand am 09.11.2016 in der 4. und 5. Schulstunde statt)

Autoren: Nicola Schöpplein und Paula Dittmar (Q 11)