Tabletklasse

 

 

Erste Erfahrungsberichte aus der Tabletklasse

Seit Beginn des Schuljahres 2013/2014 arbeiten 29 Schüler und ihre Lehrkräfte nun mit den iPads - jetzt ist es an der Zeit, die ersten drei Monate einmal Revue passieren zu lassen und einige Erfahrungen mit der Arbeit vorzustellen.

Zunächst einige Worte zum Start des Schulversuchs: Die ersten kleineren technischen Startschwierigkeiten zu Schuljahresanfang waren meist schnell überwunden - wir hätten hiervon deutlich mehr erwartet, durch die weitgehend sehr gute technische Ausstattung (W-LAN), um die wir uns in den Sommerferien bemüht haben, konnte aber in den meisten Räumen unserer Schule größtenteils reibungslos gearbeitet werden. War dies einmal nicht der Fall, so fanden Schüler und Lehrer nach kurzer Analyse schnell Alternativen, um die auftretenden Probleme zu lösen oder galant zu umgehen. AirPlay und Apple TV, durch die wir zum einen ein separates W-LAN erzeugen können und zum anderen eine Verbindung aller Geräte zum Beamer erreichen, sind wichtige Bestandteile des browserbasierten Arbeitens. Die Geräte an sich funktionieren sehr gut, und dieSchülerinnen und Schüler waren schnell fit in der Handhabung - der selbstverständliche Umgang mit den Tablets als ergänzendes Unterrichtsmittel hat sich bereits nach kurzer Zeit eingestellt. Wir arbeiten tatsächlich weitgehend mit kostenlosen Apps; im AppStore findet sich ein reichhaltiges Angebot an zum Teil sehr wertvollen kostenlosen Programmen, die natürlich erst entdeckt und ausprobiert werden müssen, um ihren didaktischen Ort im jeweiligen Fachunterricht zu finden. Denn einen über die motivationale Komponente hinausgehenden Mehrwert kann das Arbeiten mit den Tablets nur dann haben, wenn ein gut überlegter didaktisch-methodischer Einsatz stattfindet.

Auf eben diese Grundlagen haben wir uns zunächst konzentriert, nun öffnet sich langsam auch Raum für Neues, Innovatives und Experimentelles. Im Folgenden finden sich einige Unterrichtsbereiche, Methoden und Techniken, bei denen dieArbeit mit dem iPad prinzipiell in jedem Fach realisierbar ist:

- digitales Klassenzimmer zur weitgehend selbstständigen und differenzierten   Arbeit in einer von der Lehrkraft vorbereiteten virtuellen Lernumgebung (Moodle, iTunes U)

- digitale Heftführung mit NoteAnytime: Erstellen und Ordnen von eigenen Inhalten und Unterrichts-/Lernmaterialien durch die Klasse, z.B. übersichtliche Tafelbilder, digitale Lernposter/Merkkästen, Textdokumente, Hausaufgaben

- Zugriff auf digitale Ressourcen durch Apps und Internet: Bereitstellung von Medien und Materialien aller Art, Zugriff auf Literatur, Zeitschriften und Zeitungen, E-Books, Landkarten, Videoclips, Hör- und Sehtexte, vielfältigste andere Anschauungsmaterialien

- editieren/annotieren/bearbeiten von Dokumenten wie Bildern, Texten, Arbeits- und Übungsblättern

- Recherche

- digitales Dokumentieren und Präsentieren von Arbeitsergebnissen

- Einsatz digitaler Hilfsmittel: Wörterbücher, Lexika, Formelsammlungen etc.

- interaktives Lernen (interaktive Aufgabenformate)

- soziales Lernen und Teamarbeit (Kooperation und Kollaboration)

 

Johanna Uhl

 

 

Englisch

Gerade im Fremdsprachenunterricht bieten sich durch den Einsatz der Tablet viele Möglichkeiten, um einen kommunikativen, interaktiven und handlungsorientierten Ansatz zu verwirklichen. Obwohl wir noch stark an das Schulbuch gebunden sind, da es kaum bzw. keine digitalen Materialien der Verlage gibt, schaffen wir es, den „herkömmlichen“ Unterricht über das Tablet durch andere Methoden zu bereichern. Einige Beispiele hierzu, geordnet nach den Lehrplanbereichen:

Textarbeit: Lesen

Mit der App iBooks und dem Programm iBooksAuthor für OSX (Apple Betriebssystem für Mac) können wir authentische (und natürlich urheberrechtlich einwandfreie) Texte in ein E-Book einbetten. Der Vorteil hier liegt darin, dass der Text mit mehreren Subebenen verknüpft werden kann, also ein Hypertext ist; beispielsweise können verschiedene Wörterbücher, Lexika oder eine Websuche-Funktion hinterlegt werden, damit die Schüler nun selbstständig Texte mit vermehrt unbekanntem Wortschaft lesen können, oder recherchieren, wenn sie etwas inhaltlich nicht verstehen. Auch ermöglichen es andere Apps, verschiedene Lesetechniken einzusetzen, wie digitales Markieren, Hinterlegen von Notizen und Anmerkungen und Exzerpieren von Informationen.

Schreiben:

Füller und Englischheft sind etwas in den Hintergrund gerückt; da das händische Schreiben in vielerlei Hinsicht wichtig für das Lernen ist und auch Leistungserhebungen „noch auf Papier“ geschrieben werden, finden auch sie ab und an Verwendung. Das Schreiben mit der Hand auf dem Tablet funktioniert allerdings, nach etwas Übung, fast so gut wie auf Papier. Die

Einstellungsfunktionen ermöglichen eine Vielzahl von Gestaltungsoptionen, ein Vorteil hier ist ähnlich wie bei der Texteingabe über Tastatur die Möglichkeit, Geschriebenes zu überarbeiten, umzustellen, zu löschen und farblich sowie mit Bildern und Symbolen zu unterstützen. Die digitale Textkonzeption und -erstellung fördert konzeptionelles Schreiben, Kreativität und Medienkompetenz zugleich. Einen Einblick zeigen die

FILM REVIEWS (LINK), unsere erste Arbeit mit Text und Layout zum Zweck der Veröffentlichung. Im Rahmen dieses Mini-Projekts lernten die Schüler auch den richtigen Umgang mit Bildern aus dem Internet. Kollaboratives Schreiben, bei dem zwei oder mehrere Schüler von ihren Pads aus einen Text erstellen, ist eine ganz besondere Möglichkeit, den Unterricht zu bereichern. Ob Dialog, Story, Gedicht, Lernplakat oder Mind Map - die App BaiBoard wird hier momentan eingesetzt, weitere Möglichkeiten noch erprobt.

Hören:

Noch ist es aus urheberrechtlichen Gründen nicht möglich, lehrwerksabhängige Hörtexte jedem Schüler individuell zur Verfügung zu stellen, damit sie sie für sich mit Kopfhörern hören können. Es ist davon auszugehen, dass die Verlage auf die steigende Nachfrage durch neue Lizenzmodelle reagieren werden. Hörtexte werden von PDFs und interaktiven Aufgabenformaten begleitet (z.B. Multiple Choice/True-False Quiz mit der App Socrative).

Digitales Klassenzimmer:

Das Bildungsnetzwerk und Kurssystem iTunes U haben wir im Rahmen der Unit 1 (Australia) ausprobiert. Hier können Unterrichtsstunden „virtuell“ ablaufen, Aufgaben und Materialien hinterlegt werden und der Unterrichtsverlauf so abgebildet werden. Besonders ist iTunes U zum differenzierten Arbeiten alleine oder in Gruppen, Freiarbeit u.Ä. geeignet, da sich die Schüler so nach ihrem individuellen Tempo und Leistungsstand den Inhalten widmen können und so selbstständig arbeiten.

Grammatik:

Noch finden hier vor allem Arbeits- und Übungsblätter als PDFs, die über die Dropbox zur Verfügung gestellt werden, Verwendung. Die Möglichkeiten der visuellen Gestaltung der Arbeitsblätter hat den Vorteil, dass Formen, Strukturen und Zusammenhänge hervorgehoben werden können, was dem Lernen förderlich ist. Die Archivierung der PDFs ermöglicht es zudem, die Materialien zur Wiederholung, auch nach Jahren, in ansehnlichem Zustand zu finden und zunutzen. Grammatikübungen in selbst erstellten Apps (learningapps.com) sowie kleine Lehrvideos, die die Schüler erstellen, sind geplant.

Landeskunde:

Mit einem Klick ins Zielland - das Internet führt uns vor Ort: In kleinen Recherchen entstanden zum

Beispiel attraktive Broschüren, die mit Pages-Vorlagen leicht erstellt und danach ausgedruckt und gefaltet werden können. So ist beispielsweise Wissenswertes über Sharks in Australia oder den Bondi Beach nachzulesen. GoogleEarth/Maps bringt uns an jede Straßenecke der Welt, im Satelliten- oder Street-View; man sollte nur nicht versuchen, das gleichzeitig zu tun, sonst wartet man... Bei iBooks und iTunes U lohnt es sich ebenfalls, mal nach Informationen zu suchen.

SPRECHEN!?

Noch sprechen wir nicht ins iPad, dies geschieht weiterhin während des Arbeitens in Partner- oder Gruppenarbeit und im Unterrichtsgespräch. Die Vorrangstellung der Mündlichkeit im Englischunterricht darf nicht unter dem Einsatz der Geräte leiden, darauf wird besonders sensibel geachtet. Die Möglichkeiten, die das Tablet allerdings auch hier bietet, bspw. die kostenlose Videotelefonie per FaceTime/ Videokonferenz und das Filmemachen, sollen im nächsten Jahr mehr in den Fokus rücken.

Wir haben damit begonnen, die Möglichkeiten unseres Zeitalters auch endlich im schulischen Bildungsbereich anzuwenden - während dies schon lange im häuslichen Kinder- oder Wohnzimmer geschieht (vgl. Smartphone, Playstation und Co.).

Johanna Uhl

 

Da die Tablets in nahezu allen Fächern eingesetzt werden, schließen sich in Kürze weitere Erfahrungsbericht an. Dabei kann jetzt bereits festgestellt werden, dass der Einsatz der Tablets den Unterricht in hohem Maße bereichert und neue Wege in Methodik, Didaktik und Pädagogik erschließt.

Roland Eirich

 

 

 

Tablet Klassenfoto

Tablet-Computer wird Kreide und Schwamm ersetzen  (W.S. 9/2013)

Mit dem Beginn des Schuljahres 2013/14 haben wir unter der gemeinsamen Leitung unserer Lehrkräfte Fr. Uhl und Hr. Albert eine Klasse der 8.Jahrgangsstufe des Gymnasiums eingerichtet, in der jeder Schüler im Unterrichtsgeschehen einen Tablet-PCs nutzt.
Der Tablet-PC ergänzt in dieser Klasse die klassischen Schulbücher, dient der Recherche und zum Abfassen vieler anfallenden Arbeiten und Aufgaben im Schüleralltag.


Es geht los!!!  (J.Uhl/12.09.13)

 

Gestern, pünktlich zum ersten Schultag, konnte die Klasse G8b endlich ihre nagelneuen iPads in Empfang nehmen (zumindest die Schülerinnen und Schüler, die noch keines ihr Eigentum nennen konnten - die anderen "daddeln" schon seit einiger Zeit). Ganz ohne elektronische Startschwierigkeiten lief es natürlich nicht, "eh klar". Aber: Das Netz steht, bald landen die ersten wichtigen Apps auf den Pads, und alles sieht danach aus, dass wir schon am Montag die eine oder andere Lehrkraft sagen hören werden: "Bitte öffnet (???) euer iPad" oder "Schlagt bitte eure iPads auf (???)". Ja, oder so ähnlich...