Der Rassismus endet mit uns!

Walther-Rathenau Schulen zeigen Courage beim „Konzert gegen Rassismus“

„Wieso lassen wir denn eigentlich so viele Ausländer ins Land?“ „Die sollen dahin zurück, wo sie hergekommen sind!“. Solche Aussagen sind heute in unserer Gesellschaft nicht selten zu hören. Offener und unterschwelliger Rassismus ist auch im 21. Jahrhundert noch fest in den Köpfen vieler Menschen verankert. In Deutschland, Frankreich, den USA und vielen anderen Ländern steigen rechte Parteien und Organisationen immer weiter auf und bekommen mehr und mehr Anhänger. Sie schüren Angst und verbreiten Ablehnung- gegen Ausländer, Andersgläubige und alle die, die sich von der Masse abheben wollen.

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Genau dieses Thema sprach das „Konzert gegen Rassismus“ der Walther-Rathenau Schulen an. Das Motto: „Schule zeigt Courage“. Es ist ein Aufruf mutig zu sein. Sich für andere einzusetzen und die freiheitlichen Werte unserer Demokratie offen zu verteidigen. Letztes Jahr hatten über 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine Petition gegen Rassismus unterschrieben. Seitdem trägt das „Rathenau“ offiziell den Titel „Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage“. Um diese Auszeichnung zu erhalten, mussten sich die Schulen verpflichten, jedes Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierung durchzuführen.

Das Konzert, organisiert von Sprachenlehrerin Klaudyna Pakosch, fand unter blauem Himmel im Pausenhof statt und hatte, passend zum Thema, ein vielfältiges und buntes Programm. Zunächst leitete der Schülersprecher Francesco Schulze-Wierling die Veranstaltung, zu der sich die gesamte Schule versammelt hatte, mit einer „Anti-Rassismus Rede“ ein. Er erzählte von den Erfahrungen seines Bruders, welcher in den USA geboren wurde und der nach dem Umzug nach Deutschland mit Ausgrenzung und Diskriminierung konfrontiert wurde. Im Anschluss richtete er einen Appell an alle Schüler und Lehrer: „Wir dürfen nicht aufgeben und müssen gegen jegliche Form von Diskriminierung kämpfen“. Die Aussage war klar: „Rassismus hat an unserer Schule keinen Platz“.

Zum Auftakt eroberten die Schüler der 5. Klassen die Bühne und zeigten mit einer mitreißenden „Bodypercussion“ Taktgefühl. Daraufhin begeisterte die Schulband die Zuhörer mit ihren neuen Stücken „Fading“ und „Counting Stars“.Im Anschluss an die virtuose Darbietung einer fröhlichen Mozart-Sonate auf dem Keyboard von Alexander Nicklaus rundete die Würzburger Beat-Box Gruppe „Seven Beatz“ die Veranstaltung mit spannenden Laut-Rhythmus-Kreationen ab.

Gerade an Schulen ist es wichtig, offen über die Folgen und Ursachen von Rassismus zu reden. Die Zukunft liegt in der Hand der jungen Generation. Wenn unsere Welt frei von Hass und Hetze sein soll, dann müssen diese jungen Menschen verstehen, wie wichtig Offenheit und Toleranz in einer Gesellschaft sind. Und sie müssen den Mut haben für ihre Überzeugungen einzutreten. Denn das Thema Rassismus betrifft jeden Menschen. Und jeder Einzelne sollte sich fragen, was er gegen Fremdenfeindlichkeit und Hass tun kann. Denn es liegt in unserer Verantwortung unsere Zukunft menschlich und bunt zu gestalten. Alles dies anzuregen war der gelungene Zweck des „Konzerts gegen Rassismus“ an den Walther-Rathenau-Schulen.

Den vorstehenden Text verfasste unser Schüler Tom Maurer für die Tagespresse.