Ein neuer Lebensabschnitt für Daniela und Martin

Hallo!

 

Wir kennen deinen Namen nicht, aber wenn du diese Seite liest, dann bist du möglicherweise gerade auf der Suche nach einer neuen Schule oder willst dich einfach über das Fach „Reli“ in der 5. Jahrgangsstufe am „Rathenau“ informieren. Damit du einen ersten und lebendigen Eindruck gewinnst, wollen wir Daniela und Martin von der Zeit erzählen lassen, als sie auch neu am „Rathenau“ waren.

 

Martin: Vor wenigen Wochen saß ich noch mit Daniela, Jens und Sebastian an einem Tisch in der Grundschulklasse 4a. Unsere Lehrerin kannte jeden von uns, auch sein Lieblingsfach und unsere Hobbys. Einmal durfte ich sogar Bobby, meinen Hund, in die Schule mitbringen. Jetzt ist aber erst mal alles anders. Zwar ist auch Daniela in meiner Klasse, aber sonst - lauter neue Gesichter.

Daniela: Fast in jedem Fach haben wir eine andere Lehrerin oder einen Lehrer, das Schulhaus ist groß und bunt und hat vier Pausenhöfe, eine Sternwarte und das „gesunde Frühstück“. Schulaufgaben bin ich ja viele gewohnt, aber was ist denn wohl „ein Extemporale“? Ob ich das alles so schnell packe? Ich hatte erst ein ganz mulmiges Gefühl im Bauch!

Martin: Doch dann war es einfacher als wir dachten. Schon am ersten Schultag kamen alle Schulneulinge in der Dreieinigkeitskirche zusammen. Da auch viele Eltern dabei waren, reichten die Sitzbänke fast nicht aus. Zu diesem Gottesdienst für die Fünftklässler waren alle Neulinge aus dem Gymnasium und der Realschule eingeladen. Es waren auch muslimische Kinder dabei.

Sonst geh ich ja nicht so oft in die Kirche, aber dieser „Segnungsgottesdienst“ hat mir gut gefallen. „Gott ist für uns alle da!“, sagte der Pfarrer, „egal auf welche Schule du gehst oder welchem Glauben du angehörst. Er lässt dich auf deinem Lebensweg nie allein!“

 

Bei einem Gebet wurde dann auch ein paar Minuten gar nichts gesprochen, damit jeder Zeit hatte, in seiner eigenen Sprache zu Gott oder Allah zu beten oder einfach seinen eigenen Gedanken nachzugehen. Da war es ganz still in der Kirche.

 

Am Schluss durfte dann jedes Kind nach vorn zum Altar kommen und sich seinen ganz persönlichen Segen abholen. Fast alle sind schließlich aufgestanden, auch wenn sich anfangs keiner getraut hat. Später habe ich erfahren, dass ich sogar von meiner Reli-Lehrerin gesegnet wurde.

 

 

Daniela: Inzwischen hatten wir auch schon die ersten Reli-Stunden. Die waren spannend. „Unsere Reli-Gruppe – eine runde Sache!“ - wurde in einer der ersten Stunden an die Tafel geschrieben. Da hat unsere Lehrerin mit uns ein „Namenspuzzle“ gemacht, das dann einen Kreis ergab und ein bisschen so aussah wie eine Torte.

 

 

Martin: Einmal da durfte jeder seinen Namen erklären und erzählen, was er über seinen Namenspatron herausgefunden hat. Das war leicht, denn ich heiße Martin und die Geschichte vom Hl. Martin kannte ich ja schon aus der Grundschule.

Daniela: Letzte Woche haben wir unseren Fingerabdruck mit Grafitstaub in unser Heft gedrückt, denn jeder Mensch ist einmalig und von Gott so gewollt.

Martin: Und mit verschiedenen Spielen haben wir dann darüber gesprochen, dass „Fair-Play“ bei uns an der Schule eine wichtige Rolle spielt. Wir haben über die Spielregeln gesprochen, die in einer Gemeinschaft wichtig sind. Am besten war das Spiel mit der „Fair-Trade-Schokolade“; aber das ist eine länger Geschichte, die ich dir gerne ein andermal erzählen möchte.

  

 

Daniela: Inzwischen hängt ein großes Plakat in unserem Religionszimmer mit der Überschrift „Wir sitzen alle in einem Boot“. Jeder durfte ein Bild von sich mitbringen und es so aufkleben, dass sich die Umrisse eines Bootes ergaben. Außerdem sollte sich jeder einen Wunsch für dieses Schuljahr ausdenken.

Martin: Erst wollte ich schreiben „Ich wünsche mir, dass auch Tiere in den Himmel kommen“. Letzte Woche ist nämlich Bobby gestorben - ich hab dir ja schon von ihm erzählt – da waren wir alle sehr traurig, denn er hat schon ganz lange bei uns gelebt und gehörte richtig zur Familie. Aber das hab ich mich dann doch nicht getraut und mir lieber gewünscht, dass jeder seine Meinung sagen darf und nicht dafür ausgelacht wird. ...

 

Die beiden könnten dir noch ganz viel über ihre neue Schule erzählen, z.B. dass Martin wegen seiner momentanen Leseschwäche etwas mehr Zeit bei den Schulaufgaben bekommt und Mitschülerinnen Daniela die Hausaufgaben gebracht haben, als sie einmal wegen einer Erkältung drei Tage nicht in die Schule konnte.

Aber vielleicht magst du dir jetzt noch ein paar andere Seiten der Schulhomepage ansehen.

Wir wünschen dir auf jeden Fall viel Spaß dabei!

 

Deine ReligionslehrerInnen am „Rathenau“